Montag, 31. Januar 2011

Chaos - Kapitel 1


Kapitel 1

Er hieß Wentworth Earl Miller und war der dritte Wentworth in seiner Familie. Mit 1,86 cm Größe, kurzen dunklen Haaren und eindrucksvollen blau-grünen Augen war er wahrlich eine imposante Erscheinung. Kein Wunder also, dass die Frauen ihn anschmachteten. Ganz davon abgesehen, dass er Schauspieler in Los Angeles war. Dort gab es jede Menge seiner Art, doch er hatte etwas Besonderes.

Ihr Name war Tamara und dafür hasste sie ihre Eltern, Günter und Elisabeth Schmidt immer noch. "Wie kann man sein Kind nur nach einer Aldi-Marmelade nennen!" hatte sie immer wieder mit ihren Eltern diskutiert, die wirklich davon überzeugt waren, ihr einen wahrlich außergewöhnlichen Namen gegeben zu haben und sie sich doch freuen solle, nicht einen Allerweltsnamen zu tragen. Leider konnte Tamara sich mit diesem Argument absolut nicht anfreunden. Freunde nannten sie daher nur "Tanner".

Sie war klein, hatte kurze dunkle Haare und zwei verschiedenfarbige Augen – eines grün und eines braun. Ihr besonderes Merkmal war ihre große Klappe – und dass sie immer ein Lachen auf dem Gesicht trug. Es gab nichts, dass sie aus der Ruhe bringen konnte – FAST nichts!

Bis sie diesen komischen Kerl kennen lernte, der ihre Welt mal eben auf links drehte…

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Patricia Benson-Coleman, ihres Zeichens ehemalige Börsenmaklerin und jetzige, nicht ganz unerfolgreiche Immobilien-Maklerin betrat mit der jungen Frau das Anwesen. Eigentlich fand sie die Frau recht sympathisch, weshalb es ihr ein wenig gegen den Strich ging, sie in diese "Sache" mit hineinzuziehen. Aber andererseits – wer hatte sie gefragt, ob sie in die Angelegenheiten ihres Mannes mit hineingezogen werden wollte. Ungewöhnliche Zeiten erforderten halt ungewöhnliche Maßnahmen.

Nun stand sie hier, pries der jungen Deutschen, die gerade ihre Green Card erworben hatte und sich nun ein Leben in Los Angeles aufbauen wollte, das schmucke, kleine Häuschen etwas außerhalb von Larchmont, mit den überzeugendsten Argumenten an, die sie hatte. Im Laufe der letzten Jahre als Immobilienmaklerin hatte sie immer deutlicher ein Gespür für ihre Kundschaft bekommen, was diese wollten und wonach sie sich sehnten. Deshalb hatte sie auch jetzt die richtigen Argumente für den Kauf des Hauses.

Die junge Frau schien sehr angetan von dem Anwesen, das etwas versteckt lag und von einer großen, dichten Hecke umgeben war. Stand man in dem herrlichen Garten mit den beiden wundervollen Palmen und dem kleinen Mandelbäumchen, so fühlte man sich geborgen in einer eigenen kleinen Welt, weit ab vom Trubel, der rundherum in Hollywood herrschte.

Wie sie erfahren hatte, war die junge Frau Fotografin, die sich auf Fotos für Filmproduktionen spezialisiert hatte und scheinbar auf dem Weg war, eine erfolgreiche Karriere zu starten. Von ihrem, wie sie erzählt hatte, über die Jahre mühsam abgesparten Geld hatte sie sich entschlossen, ein kleines Häuschen zu kaufen und mit diesem Anwesen wären ihre Mittel so ziemlich erschöpft. Aber scheinbar hatte sich die Frau bereits in das Haus verliebt. Sie folgte Patricia Benson mit großen Augen durch die einzelnen Räume und es schien Pat – so nannte sie ihr Mann immer – als bedürfe es keiner großen Überredungskunst mehr, sie vom Kauf des Hauses zu überzeugen.

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Archibald Benson sah zufrieden auf den gerade von seinem Klienten unterschriebenen Notarvertrag. Es war Freitag, der 13. Juli, 14:30 h. Alles war unter Dach und Fach und zufriedenstellend gelaufen. Er hatte sich sehr viel Mühe gegeben, seinem Klienten das Haus schmackhaft zu machen. Und fast wäre dieser noch abgesprungen. Doch mit viel Überredungskunst – und darin war Archibald sehr gut, denn immerhin war er mal im Staatsdienst tätig gewesen – hatte er den Mann überzeugen können, das Haus doch zu kaufen.

Der Mann war Schauspieler und man hätte meinen können, er suche ein prunkvolles Anwesen mitten in Beverly Hills. Doch er wollte ein beschauliches, unauffälliges Häuschen. Er habe keine Familie und benötige aus diesem Grund auch nicht allzu viel. Es sei ihm allerdings daran gelegen, etwas zurückgezogen zu wohnen, damit ihm vor allem seine weiblichen Fans – und davon hatte er scheinbar nicht gerade wenig – nicht zu nahe kämen. Es war für ihn eine Sache, sie auf der Straße zu treffen, mit ihnen zu sprechen, Fotos zu machen oder Autogramme zu geben, aber er brauchte dringend einen Rückzugsort, an dem er völlig allein mit sich sein konnte.

Eigenbrötlerischer Kerl, dachte sich Benson. Lebt von seinen Fans, macht aber ein solches Theater um sein Privatleben. Andererseits, wer war Benson, sich in das Leben seiner Klienten einzumischen. Schließlich hatte er genug eigene Probleme. Doch mit ein wenig Glück würden diese bald gelöst sein…


tbc

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