Dienstag, 1. Februar 2011

CHAOS - Kapitel 3 - 5



Kapitel 3

Wentworth sah sich im Garten seines neuen Hauses um. In Gedanken hing bereits die Hängematte zwischen den beiden wunderschönen großen Palmen, wo er demnächst seine Drehbücher durchsehen und seine Texte lernen würde. Das Leben war gut zu ihm. Nach den vier Jahren Prison Break und einem Gastauftritt in einer TV-Serie, hatte er gerade den 4. Teil der Resident-Evil-Reihe abgedreht und stand in Verhandlungen mit einer Filmgesellschaft, die sein Drehbuch "Stoker" verfilmen wollte.

Er war finanziell unabhängig – was seine Eltern immens freute – und gesundheitlich bestens auf der Höhe. Einzig eine Frau in seinem Leben fehlte. Er hatte sich ein paar Mal mit Frauen verabredet und getroffen, aber so richtig gefunkt hatte es nicht. Doch er hatte Zeit. Jetzt würde er sich erst einmal mit seinem Haus beschäftigen. Es gab jede Menge Räume einzurichten und er freute sich bereits auf den Besuch diverser Flohmärkte und Antiquitätenläden in der Umgebung.

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Wentworth Miller sah sich im großen, geräumigen Wohnzimmer um, überlegte, wo er wohl sein Regal mit der riesigen DVD-Sammlung unterbringen würde, als er hinter sich eine Stimme hörte.

"Verzeihung, wer SIND Sie?"

Er drehte sich um, sah die hinter ihm im Türrahmen lehnende junge Frau überrascht an. "Wie bitte?"

"Ich fragte, wer Sie sind!"

Wentworth stutzte. Sie erkannte ihn nicht? Hallelujah! Er drehte sich komplett zu ihr und macht einen Schritt auf sie zu, reichte ihr lächelnd die Hand. "Miller, Earl Miller." Sie schien ihn nicht zu kennen, weshalb er eigentlich auch seinen richtigen Namen hätte nennen können, aber sicher war sicher. Außerdem…Earl war schließlich AUCH Teil seines Namens!

"Ja….ähm….sehr schön, Mister Miller. Aber was mich viel mehr interessiert: was WOLLEN Sie hier?" Die junge Frau schien nicht begeistert, zumindest guckte sie recht frostig.

"Na ja, das gleiche könnte ich Sie auch fragen, Misses…..."

"MISS…..Schmidt, Tama….äh Tanner Schmidt."

"Hallo, Miss Schmidt. Sie stammen wohl nicht von hier, was?" Er lächelte sie freundlich an. Für ihr Empfinden eine Spur ZU freundlich. "Hören Sie, Mister Miller. Ich weiß nicht was Sie hier wollen, aber ich habe einen anstrengenden Tag hinter mir und ich warte auf die Möbelpacker. Sie werden verstehen, dass mir der Sinn also nicht unbedingt nach Smalltalk steht. Es wäre daher nett, wenn Sie mir endlich sagen, was sie in meinem Haus wollen und dann wieder des Weges ziehen."

Wentworth zog die Augenbrauen zusammen. Sie hatte ziemlich schnell gesprochen und er war sich nicht sicher, ob er tatsächlich richtig verstanden hatte. "Entschuldigung, könnten Sie das im Mittelteil bitte noch mal wiederholen?"

Ja, war der Kerl gaga? Was gab es denn daran nicht zu verstehen? Das war ihr Haus und sie wollte ihre Ruhe haben. Sie schloss kurz die Augen, atmete tief durch. "Hören Sie mal, Freundchen. Wenn Sie es so wollen, ich kann auch anders: nehmen Sie ihren…" sie warf einen Blick auf seinen doch ziemlich ansehnlichen Po, "…..wohlgeformten amerikanischen Hintern und verschwinden Sie aus meinem Haus, bevor ich die Polizei rufe!" Sie zog ihr Handy aus der Hosentasche.

Wentworth hob abwehrend die Hände. "Moment mal….sagten Sie IHR Haus? Meine Teure, ich fürchte, ich muss Sie enttäuschen. Der Raum, in dem Sie sich gerade so aufplustern, ist MEIN Wohnzimmer und das steht in MEINEM Haus! Ich wäre Ihnen also zutiefst verbunden, wenn Sie Ihren…." er warf ebenfalls einen Blick auf ihre Rückseite "…anmutigen europäischen Allerwertesten aus meinem Haus entfernen würden…..und zwar umgehend, bevor ich meine gute Erziehung vergesse!"

Einen Moment glaubte Tanner, sich tatsächlich verhört zu haben.

SEIN Haus? Hat der Kerl 'nen Sockenschuss?

Gott sei dank hatte sie den Notarvertrag in der Tasche. Den würde sie ihm jetzt unter die Nase halten und dann wollte sie doch mal sehen, wer hier seinen Allerwertesten ganz schnell entfernen würde.

Sie bückte sich zu ihrer Handtasche, fischte den Vertrag heraus und drehte sich zu dem Mann um. Überheblich grinsend wedelte sie mit dem Vertrag, doch dann entglitten ihr augenblicklich alle Gesichtszüge. Er stand vor ihr und hielt ihr ebenfalls einen Notarvertrag vor die Nase.

Entsetzt riss Tanner die Augen auf, als sie auf das Datum der Unterzeichnung starrte – Freitag, 13. Juli, 14:30 h.

"Das kann doch nicht….nein, das ist…wie kann denn das …...", stammelte sie und sah noch einmal genauer hin. Das Datum der Unterzeichnung deckte sich völlig mit dem Datum ihres Vertrages - und zwar auf die Minute genau! Wie konnte das sein? Und die Adresse war auch die gleiche – 2356 Oakwood Avenue!

Wentworth kniff die Augen zusammen. Er hatte scheinbar Sehprobleme. Schnell zog er seine Lesebrille aus der Tasche, setzte diese auf, starrte nun ebenfalls auf die Daten und schüttelte den Kopf. Ohne ein Wort zu sagen, fischte er sein Handy aus der Hosentasche und wählte eine Nummer. Es dauerte einige Minuten, bis auf der anderen Seite der Leitung ein freundliches "The number you've called is temporarily not available…." ertönte.

Entnervt legte er auf und drehte sich wieder zu Tanner. "Ich kann meinen Makler derzeit nicht erreichen, vielleicht versuchen Sie es mal bei Ihrem. Das kann doch nur ein fürchterliches Missverständnis sein. Wir werden das jetzt klären und dann gehen wir alle unserer Wege."

Tanner sah ihn spöttisch an. Er konnte ja hingehen, wo immer er wollte, SIE bliebe auf jeden Fall hier. Es war ihr Haus, ihr TRAUM und den würde sie sich nicht von einem dahergelaufenen Blödmann – einem zugegeben ziemlich attraktiven Blödmann  – nehmen lassen. Also wählte auch Tanner die Nummer ihrer Maklerin und wartete…und wartete…und wartete. Nichts! Das konnte nicht sein. Patricia hatte ihr ihre Privatnummer gegeben für den Fall, dass sie Fragen hatte. Und die hatte sie auf jeden Fall!

"Nichts. Ich erreiche meine Maklerin nicht" erwiderte Tanner und stand direkt vor Wentworth. Sie zuckte mit den Schultern. "Was sollen wir denn jetzt machen?" Sie hatte den Satz noch nicht ganz ausgesprochen, da hupte es draußen. Erschrocken hielt sie die Hand vor den Mund. Das hatte sie völlig vergessen. Sie sah auf die Uhr – die Möbelpacker! Sie hatte sie direkt hierher bestellt.

"Entschuldigen Sie mich einen Moment, ich glaube, das ist für mich!" fuhr Wentworth sie an und drückte sie unsanft beiseite. Er verschwand durch die Tür und sie folgte ihm. Draußen standen drei gut gebaute Männer in Overalls. "Wohnt hier eine
T. Schmidt?"

"Ja!"

"NEIN!!!"

Fast gleichzeitig hatten Tanner und Wentworth dem Mann geantwortet. Tanner drückte sich an Wentworth vorbei, hielt dem Mann die Hand hin. "Natürlich wohne ich hier. Hallo, ich bin Tanner Schmidt. Sie haben meine Möbel dabei?"

Der Mann ergriff etwas irritiert die Hand. "Ja Ma'am. Wir würden dann jetzt gerne mit dem Abladen der Möbel beginnen, wir haben nämlich noch eine andere Fuhre am Ende der Stadt."

"Selbstverständlich, bitte kommen Sie doch herein." Sie zeigte auf den Hauseingang. Wentworth holte tief Luft und stellte sich mitten in die Tür. "MO-MENT! Nicht so schnell! Das ist MEIN Haus und ich werde nicht zulassen, dass Sie hier einfach irgendwelche Möbel reinschleppen."

Nun war der Möbelpacker völlig irritiert. "Aber das ist doch 2356 Oakwood Avenue, oder nicht?"

"Ja!"

"Na dann bin ich hier doch richtig. Das ist genau die Adresse, die uns Miss Schmidt gegeben hat. Also bitte, lassen Sie uns durch, Sir. Wir haben noch andere Einsatzorte."

"Tut mir leid, aber das ist mein Haus. 2356 Oakwood Avenue." Wentworth hielt dem Mann den Notarvertrag unter die Nase, den er immer noch in den Händen hielt. Doch bevor dieser reagieren konnte, hupte es auf der Straße bereits noch einmal. Und dann parkte der nächste Möbelwagen ein. Wentworth hob die Hände. "Äh….Augenblick, das klären wir gleich….." Er ließ Tanner's Möbelpacker stehen und trat auf die Straße, um mit den Männern zu reden, die aus dem anderen Möbeltransporter stiegen.

Tanner nutzte die Gelegenheit, zeigte "ihrem" Packer den Notarvertrag, der sie als Besitzerin des Hauses auswies und bat die Männer so schnell wie möglich anzufangen, was diese auch taten.

Kapitel 4

Es half nichts. Beide Parteien hatten einen gültigen Notarvertrag, der sie als Besitzer des Hauses auswies, beide hatten die Möbelpacker vor der Tür stehen und keiner der beiden wollte Platz für den anderen machen. Die Möbelpacker warteten noch einige Minuten vor dem Haus, doch dann wurde es ihnen zu bunt. Gemeinsam trugen sie alle Möbel ins Haus, stellten sie wild durcheinander einfach hin und ließen dann Tanner und Wentworth mit ihrem Chaos allein.

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Went ließ sich auf einen Hocker fallen und raufte sich die Haare. Wie sollte das hier weiter gehen? Er musste einsehen, dass sie beide einen gültigen Vertrag hatten, seltsamerweise mit dem gleichen Datum und der gleichen Uhrzeit, so dass keiner von beiden ein Vorrecht besaß. Aber bis das geklärt werden konnte, würden sie sich irgendwie arrangieren müssen.

Wentworth stand mitten in den Dreharbeiten für einen neuen Film und hatte einfach keine Zeit, sich etwas anderes zu suchen. Mal ganz davon abgesehen, dass er das auch nicht wollte. Es gefiel ihm hier und er würde nicht ausziehen.

Soll DIE doch die Kurve kratzen! ICH bleibe hier!

Tanner stand währenddessen in der Küche und hatte ähnliche Gedanken. Sie hatte dieses Haus gefunden und sich sofort darin verliebt. Endlich hatte sie ihre Green Card und einen Job bei Paramount für die Promofotos eines neuen Films in der Tasche. Dies würde ihre Bewährungsprobe hier in Hollywood sein und sie gedachte, diese auf keinen Fall zu versauen. Da konnte sie sich nicht auch noch mit der Suche nach einer neuen Bleibe aufhalten. Mal davon abgesehen, dass ihr dafür auch das Geld fehlte. Ihre letzten Ersparnisse hatte sie in dieses Haus gesteckt. Also würde ER sich wohl anderweitig umsehen müssen!

Entschlossen betrat sie das Wohnzimmer und ging auf ihn zu. "Hören Sie, es tut mir leid, dass das hier alles so komisch gelaufen ist. Ich will auch gar keinen Streit mit Ihnen. Wie es aussieht müssen wir wohl eine Weile zusammen klar kommen, bis wir die Angelegenheit mit unseren Maklern klären können."

Sie holte tief Luft, hielt ihm ihre Hand hin. "Wollen wir nicht das Beste daraus machen? Das Haus ist doch groß genug. Wir könnten es für eine Weile doch auch teilen, oder was meinen Sie?"

Wentworth hob den Kopf. "Teilen? Ich glaube nicht, dass das wirklich das BESTE wäre…wie sie es so nett ausdrücken. Wissen Sie, ich bin es nicht gewohnt in einer WG zu leben. Ich wohne seit 1995 hier in Los Angeles und immer allein. Und ich gedenke ehrlich gesagt nicht, das jetzt zu ändern!"

Mann, war der stur. Kein Wunder, dass er allein war. Er sah zwar, wie sie zugeben musste, ziemlich ansprechend aus mit diesen kurzen schwarzen Haaren, in denen sich bereits zarte graue Stellen bildeten. Und diese hazelfarbenen Augen, die je nach Licht blau-grün wirkten, waren auch nicht zu verachten, aber sein Gehabe ging ihr jetzt schon mächtig auf den Wecker. "Gut, wenn Sie zu absolut keinem Kompromiss bereit sind, dann wäre die Sache ja wohl geklärt. Also….wann ziehen Sie aus?"

"ICH? Lady, Sie müssen da irgendwas missverstanden haben. Ich hatte keine Sekunde vor, hier auszuziehen."

"Tja, dann sind wir uns ja einig – ich nämlich AUCH nicht!", wetterte sie ihm entgegen. "Dann gewöhnen Sie sich schon mal an meinen Anblick und daran, dass Sie hier vorerst nicht alleine wohnen!" Sie drehte sich um und stampfte von dannen, blieb kurz stehen, drehte sich noch einmal zu ihm um und knurrte ihm entgegen "Und nehmen Sie ihren Arsch von meinem Hocker!"

Kapitel 5

Aus Ermangelung an Schlafgelegenheiten hatte Wentworth die Nacht auf seinem Sofa verbracht, welches mitten im Flur stand, während Tanner schnell noch eine Luftmatratze aufgepumpt und in das zukünftige Schlafzimmer geschoben hatte. So war sie auf jeden Fall schneller im Bad, welches mit einer Verbindungstür vom Schlafzimmer aus zu erreichen war.

Nachdem Sie aufgestanden war und sich unter leisem Fluchen ihren Rücken wieder eingerenkt hatte, beschloss sie erst einmal eine Dusche zu nehmen. Danach würde die Welt gleich anders aussehen.

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Erfrischt verließ sie, gekleidet in ihr altes "Family-Guy"-Tshirt und ein Paar farbbespritzter Jeans das Bad und ging Richtung Küche, aus der bereits angenehmer Kaffeeduft strömte. Als sie die Küche betrat, stand er da, in Boxershorts mit "Simpsons-Aufdruck" und einem T-Shirt mit der Aufschrift "Hug me" auf dem Rücken.

Insgeheim musste sie lachen und unter anderen Umständen wäre sie der Aufforderung auf seinem Shirt vielleicht sogar nachgekommen, doch nun brummte sie lediglich ein "Morgen", als sie eintrat.

Er drehte sich zu ihr um. Sie sah aus, wie er sich fühlte. Als er das Shirt erkannte, machte sein Herz einen kleinen Sprung.

Die mag 'Family Guy'? Also, DAS hätte ich jetzt nicht vermutet…..

Aber vielleicht hatte sie es auch nur geschenkt bekommen und trug es nun zum Renovieren. Die Hose, die sie anhatte, schien wahrscheinlich auch schon mal bessere Zeiten erlebt zu haben. Er hielt ihr einen Becher Kaffee hin. "Hier. Ich denke, den können Sie dringend brauchen…..."

Oh, ein Friedensangebot, dachte sie, griff nach dem Becher, doch dann beendete er den Satz. "….so wie Sie aussehen!" Instinktiv zog sie die Hand zurück und der Becher fiel zu Boden. Eine Sekunde später fluchte Wentworth, weil ihm der Becher auf den Zeh gefallen war und seinen Fuß dann noch mit heißem Kaffee verbrühte.

"Geschieht Ihnen ganz recht, Sie Chauvie…", brummte Tanner, sah dann die Sauerei auf dem Boden. "Aber wie nett, dass Sie Ihren Fuß als Bremse hingestellt haben, damit MEINEN schönen Küchenfliesen nichts geschieht." Sie ging zur Kaffeemaschine, goss sich einen Kaffee aus und ließ ihn wutentbrannt fluchend in der Küche zurück.

Affektierte Kuh! Da will man mal nett sein….

Nachdem Went seinen Fuß und danach den Boden gereinigt hatte, folgte er ihr zur Terrasse. "Hören Sie, wir müssen eine Lösung für dieses Problem finden. Sie können nicht hier bleiben. Wir liegen einfach nicht auf derselben Wellenlänge."

"Schnellmerker!", knurrte Tanner. "Und wenn Sie schon so schnell sind, dann haben Sie doch bestimmt schon eine Lösung parat, oder?"

Seufzend ließ Wentworth sich neben ihr auf der Liege nieder, was sie sofort veranlasste, bis an den äußersten Rand zu rutschen. "Ehrlich gesagt nein. Zumindest keine Lösung, die Ihnen wahrscheinlich gefallen wird."

Ungeduldig klopfte Tanner mit dem Fuß auf dem Boden. "Und…..ich HÖRE!"

"Was halten Sie davon, wenn wir versuchen, eine Art Waffenstillstand zu vereinbaren….bis wir eine Klärung haben, wem von uns das Haus gehört. Wir bleiben so lange beide hier im Haus. Es ist groß genug und wir könnten es…..na ja…..aufteilen."

"Aufteilen?"

"Ja, aufteilen."

"Und was ist mit Ihrer 'Ich-habe-nie-in-einer-WG-gelebt-und-denke-nicht-daran-damit-jetzt-zu-beginnen'-Regel?"

"Regeln sind dazu da, gebrochen zu werden."

"Wow, Sie sind ja ein richtiger Rebell!", erwiderte Tanner und sah ihn spöttisch an. Went kniff kurz die Augen zusammen.

Leg' ich Sie erst über's Knie oder kill' ich sie direkt?

Dann atmete er tief ein. "Hören Sie, es sind genügend Räume da. Jeder von uns bekommt einen Raum für sich und das Bad benutzen wir beide – selbstverständlich nach streng aufgeteilten Zeiten. Außerdem gibt es ja auch noch ein Gäste-WC. Das würde mir schon genügen. Nur zum Duschen würde ich allerdings gern….."

"Ja ja, ich hab es schon verstanden…..wer kriegt das Wohnzimmer?"

"Gemeinschaftseigentum."

"Küche?"

"Sie dürfen sich getrost dort austoben…..nicht meine Baustelle", erwiderte er und versuchte ein dezentes Lächeln, verschluckte es jedoch sofort wieder, nachdem er ihren angewiderten Gesichtsausdruck sah.

Einen Moment überlegte sie. "Könnte tatsächlich klappen...wenn wir uns beide ein wenig zusammenreißen. Also gut, meinetwegen, versuchen wir es."

Und so begann die seltsamste Allianz seit dem Pakt der Menschheit mit den Zylonen in 'Battlestar Galactica'.

Tanner erhielt das Schlafzimmer für sich, während Wentworth sich in das Arbeitszimmer zurück zog und dort auch sein Bett aufstellte. Küche, Wohnzimmer und Bad waren "Gemeinschaftsräume", die von beiden genutzt wurden. Ebenso war die Benutzung des Gartens für beide erlaubt. Ein weiteres Zimmer im Keller gestand Wentworth Tanner zu, um eine provisorische Dunkelkammer einzurichten.

Die anfängliche Idee, die Bereiche mit verschiedenfarbigen Linien zu unterteilen, erwies sich als nicht durchführbar. Außerdem waren beide der Meinung, dass sie erwachsen genug seien, mit der Situation umzugehen.

Und somit nahm das Drama seinen Lauf….


tbc

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