FF - Verwechslung mit Folgen - Part 1

Autor:InLovewithwent
Betaleser:Wentaddict
Titel: Verwechslung mit Folgen – Confusion with Consequences Part I

Hauptcharaktere: Wentworth Miller, Willow Müller
Kapitel: 54
Kurze Inhaltsangabe: Willow Müller bekommt als Unfallchirurgin eine Stelle im Cedars Sinai Medical Center.
Altersfreigabe: 16/18
Disclaimer: Alle Prison Break Charaktere sind Eigentum von Fox Entertainment, 20th Century Fox Televison. Alle weiteren Charaktere außer anderen genannten Prominenten, sind Eigentum des Autors.
Kommentar: Sämtliche Aktivitäten der o.g. Personen entspringen allesamt der Fantasie der Autorin und geben in keiner Weise das wirkliche Leben dieser Personen an. Das Urheberrecht an dieser Geschichte gehört alleinig der Autorin.

GENRE: Drama



Kapitel 1

Das darf doch nicht wahr sein! Kopfschüttelnd stand Willow am Briefkasten und sah die Briefe, die sie in der Hand hielt, an. Hatte der Briefträger denn Tomaten auf den Augen? Schon wieder war die Post ihrer oder ihres Nachbarn in ihrem Briefkasten gelandet.

Das sieht doch ein Blinder mit einem Krückstock! W. Miller und W. Müller. Schon klar, wer lesen kann ist klar im Vorteil!

Sie nahm die fremden Briefe und stopfte sie zu den anderen, die aus dem richtigen Schlitz herausquollen. Abgesehen von dem blöden „Postman“ war das Leben in LA, speziell hier in Larchmont super. Vor 6 Wochen hatte sie die Gelegenheit wahrgenommen und war in die USA eingewandert.

Willow, ihre Eltern - passionierte Amerikafans daher hatte sie den (für Deutschland) doch ungewöhnlichen Vornamen, hatte durch die Bundeswehr eine fundierte Ausbildung zur Chirurgin und Notfallmedizinerin erhalten. Aufgrund mangelnder Perspektiven in Deutschland hatte sie sich schon vor einigen Monaten im Cedars Sinai Medical Center beworben.

Man lud Willow zu einem Vorstellungsgespräch ein und sie nahm sich Urlaub und flog in die USA. Mit einem Vertrag in der Tasche war sie nach Deutschland zurückgekehrt – reichte ihren Abschied ein und packte. Durch einen Zufall hatte sie diese kleine Wohnung hier in einem kleinen Apartmenthaus in Larchmont gefunden – hatte sie direkt in Besitz genommen und war mehr als zufrieden.

Da Willow das Gefühl hatte, sich vor ihren amerikanischen Kollegen beweisen zu müssen, nahm sie jeden Dienst an, der ihr offeriert wurde. Aufgrund von Zeitmangel hatte sie daher noch keine Zeit gefunden ihre Nachbarn näher kennen zu lernen, bestand ihr Leben doch z.Zt. nur aus Arbeit.

Außerdem, so wie der Briefkasten ihres Namenszwillings aussah, war er oder sie derzeit garantiert nicht in LA.

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Heute jedenfalls, an dem ersten der zwei arbeitsfreien Tage, seit sie in der Notaufnahme angefangen hatte, wollte Willow einfach nur den Tag genießen und sich ein wenig sonnen. Mit ihrem Kaffee in der einen Hand und ihrem MP3 Player in der anderen trat sie auf die Terrasse und machte es sich auf dem Liegestuhl bequem. Willow stellte den Kaffee auf das kleine Tischchen, das direkt am Geländer stand. Sie drückte die Wiedergabetaste und das Lied „Resistence“ von Muse erklang.

Mit ihrem Fuß wippte sie mit dem Takt mit und sah sich um. Allein nur für das Wetter hatte sich die Auswanderung schon gelohnt! Die Sonne schien, sie sonnte im T-Shirt und Shorts – wusste sie doch, dass es gerade in Deutschland furchtbar kalt war.

Grinsend trank sie von ihrem Kaffee, als ein lautes sich näherndes Geräusch sie störte. Unwillig runzelte sie ihre Stirn und zog sich die Kopfhörer aus den Ohren. Neugierig reckte Willow ihren Hals und entdeckte die Quelle des Lärms. Ein relativ großer Mann, gekleidet in einem rot karierten Hemd und dicker schwarzer Daunenweste, kam mit einem schwarzen Trolli im Schlepptau auf das Haus zu. Von seinem Gesicht konnte sie nicht wirklich viel erkennen, trug er doch einen dieser so genannten Fischerhüten und dazu eine von diesen „Pilotenbrillen“ die neuerdings modern waren.

Ihre Neugier ließ sie aufstehen und sie beugte sich über das Geländer um ihn besser sehen zu können. Leider stieß Willow mit ihrem Fuß an den Tisch, woraufhin er mit einem lauten Scheppern umfiel. Scherben flogen über die Terrasse, der hochgewachsene Mann zuckte schreckhaft zusammen und Willow spürte, wie ihr das Blut ins Gesicht schoss.

Er sah hoch und entdeckte eine junge Frau mit mittellangen blonden Haaren, die ihm verschüchtert zuwinkte.

„Sind jetzt alle wach? Sorry – ich wollte Sie nicht erschrecken!“ Willow lächelte ihn zaghaft an.

Das war Tasse Nummer 4 in dieser Woche....

„Schon okay. Ich bin gerade erst aus Asien zurückgekommen und daher sehr müde. Sie sind die neue hier? Herzlich willkommen – ich bin Went Miller, Apartment 1B“ Fragend sah er die Frau an.

„SIE sind also mein Namenszwilling hier im Haus! Gestatten – Willow Müller, gebürtig aus „Good old Germany, Apartment 1A“. Sie winkte ihm zu.

Irritiert sah Went Willow an. Diese winkte mit der Hand ab. „Schlafen Sie sich erst einmal aus Mr. Miller – ich erzähle ihnen die ganze Geschichte später!“ Went nickte, nahm seinen Trolli und betrat das Apartmenthaus.

Mit Erschrecken erkannte er, dass sein Briefkasten schon am Überquellen war.


Darauf habe ich jetzt gar keine Lust!!! Diesmal war es wirklich anstrengend in Korea. Die ganzen Termine, Interviews – das hat mich wirklich geschafft. Ich verschiebe das auf morgen – oder später, je nachdem, wann ich mich ausgeschlafen habe!

Willow schüttelte grinsend den Kopf.

Da habe ich ja direkt einen guten Eindruck auf meinen Nachbarn gemacht! Ist ja wieder einmal super gelaufen.... Das ich als totaler „Grobmotoriker“ so gut als Chirurgin bin – das glaubt mir keiner, der es nicht mit eigenen Augen gesehen hat. Durch den Schreck sah er so aus, als wäre er kurz vor dem Herzinfarkt – oder Erschöpfungstod je nachdem wie man es nimmt.... Irgendwie kommt der mir bekannt vor..... nein kann ja gar nicht sein, eben habe ich ihn zum ersten Mal gesehen... Aber trotzdem....

Achselzuckend wandte sie sich ab und besah sich das Chaos auf ihrer Terrasse. Wenn das so weiterginge, müsste sie noch vor ende der Woche einen Ikea Shop aufsuchen – oder sie tränke ihren Kaffee demnächst aus Pappbechern. Da hatte das Geschirr die Auswanderung überlebt, nur um in der Fremde einen „gewaltsamen Tod“ zu sterben.

Mit einer Kehrschaufel und Besen bewaffnet fing sie an, die Scherben aufzukehren.

Kapitel 2


So richtig fit fühlte er sich noch lange nicht, konnte aber den Jetlag ertragen. Went betrat seine fast noch „jungfräuliche“ Küche und legte die Briefe auf den Herd. Ein Brief von seiner Schwester Leigh interessierte ihn am meisten, so riss er ihn direkt auf und fing an zu lesen.

Gleichzeitig zog er eine Schublade auf und wühlte nach einem Stift, als ihn ein plötzlicher Schmerz zusammen zucken ließ. Stirnrunzelnd zog er seine Hand aus der Schublade und riss entsetzt seine Augen auf als er das ganze Blut sah.

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Ein Klingeln ließ Willow ungnädig von ihrem Buch aufschauen. Beim hastigen zweiten Klingeln warf sie das Buch auf das Sofa und ging an die Tür.

„Wer zum...“ weiter kam sie nicht, denn ein großer unfreundlich aussehender UPS Paketbursche drückte ihr einen Karton in die Hand. Gleichzeitig hielt er ihr sein Pad unter die Nase und murmelte „Hier unterschreiben“.

Willow signierte aus einem Reflex heraus den Empfang des Paketes als sie auf dem Schild las
„W. Miller“.

Der Bote drehte sich um und wollte gehen, als sie endlich den Mund aufbekam.

„Hey – das ist nicht für mich, sondern für meinen Nachbarn!“

Der Bote sah sie böse an. „Ist mir egal Lady – sie haben unterschrieben. Einen schönen Tag noch!“ Schnell lief der Bote aus dem Haus.

Unschlüssig stand Willow mit dem Paket in den Händen da und sah dem „Trottel“ hinterher. Wieder einer, der nicht lesen konnte!

Ist das Nicht-lesen-können hier eine Vorraussetzung um den Job zu bekommen? Meine Güte, jetzt muss ich mich an meinen freien Tag auch noch mit so etwas rumärgern!

Sie nahm sich ihren Haustürschlüssel, zog die Tür zu, ging zu Apartment 1B herüber und klingelte.

Die Tür öffnete sich und sie sah Went an.

„Sorry, aber der UPS..“ Went fiel ihr ins Wort. „Ich kann jetzt gerade nicht, ich glaube, ich brauche ein Pflaster!“ Er hob seine Hand und sie entdeckte ein blutverschmiertes Handtuch. Unruhig sah er sich um.

Beherzt griff sie seine unverletzte Hand und zog ihn mit sich.

„Kommen Sie mit, ich sehe mir das mal an.“

Perplex ließ sich Went von Willow mitziehen. Sie schloss die Tür auf und bedeutete ihm, sich an den Küchentisch zu setzen. Mit einer alten Ledertasche trat sie an den Tisch und öffnete sie. Geübt zog sie sich Handschuhe an und blickte Went an.

„Ich sehe mir jetzt mal ihre Hand an, okay?“ Vorsichtig faltete sie das Handtuch auseinander. Dann pfiff sie kurz durch ihre Zähne.

„Na da haben Sie sich ja voll erwischt – Sie brauchen mehr als ein Pflaster!“

„Sind Sie Ärztin oder so was?“ fragte Went sie.

„Genau so was! Bitte jetzt stillhalten, ich muss mir das ansehen....hmm... das habe ich befürchtet...“ Willow blickte hoch und sah Went in die Augen.

Was für wunderschöne Augen er hat.... Mann, darin könnte ich versinken....

Went riss sie aus ihren Träumereien.

„WAS haben Sie schon befürchtet?“

„ Hier kann ich ihnen nicht helfen, wir müssen in das Krankenhaus fahren. Dort habe ich alles, was ich zur Versorgung ihrer Wunde brauche.“ Willow nahm eine Kompresse aus der Tasche, legte sie auf die Wunde und umwickelte alles mit dem Handtuch. Dann sah sie ihn an.

„Ich fahre Sie jetzt in das Cedars Sinai. Dort werde ich mich um Sie kümmern. Es ist alles in Ordnung! Können Sie gehen?“

Went nickte und stand auf. Ein wenig unsicher auf den Beinen hielt er sich am Stuhl fest. Das ganze Blut – und auch noch sein eigenes.....

Willow sah ihn an. „Legen Sie ihren Arm um mich und ich stütze Sie, okay?“ Went legte ihr seinen Arm um die Schultern und sie verließen die Wohnung. Im vorbeigehen schnappte sich Willow noch schnell ihren Autoschlüssel und war froh, direkt vor der Tür geparkt zu haben.

Ihr roter alter Seat Ibiza Baujahr 2000 war mit ihr ausgewandert. Dieses Auto war ihr mit all seinen „Mucken“ so ans Herz gewachsen, dass sie ihn nicht zurück lassen konnte. Schnell verfrachtete sie ihren Nachbarn auf den Beifahrersitz, stieg dann ein und steckte den Schlüssel in die Zündung.

„Bitte spring an“ murmelte sie vor sich hin. Ohne dieses Mantra sprang er einfach nicht an. Went sah sie an. Entschuldigend lächelte sie zurück.

„Sorry, ist ein altes Auto – ohne gutes Zureden springt er nicht an!“ Willow drehte den Schlüssel und siehe da – sofort antwortete ihr ein schnurrendes Motorengeräusch.

15 Minuten später fuhr sie vor ihrem Arbeitsplatz, der Notaufnahme des Cedars Sinai Medical Center, vor. Sanft half sie ihm aus dem Auto heraus, legte den Arm um seine Taille und ging mit ihm hinein.

Wow, der Mann hat aber ein tolles Aftershave!!! Auch sein Körper ist nicht ohne.... Reiß Dich zusammen, Will. ER ist ein Patient, der deine Hilfe braucht!!!!

Die Türen gingen auf und Went murmelte vor sich „Kommt mir wie ein schlechter Scherz vor, dass ich einmal in einem Emergency Room lande!“ vor sich hin.

Willow blieb stehen und sah ihn fragend an. „Bitte?“

Er winkte ab. „ Ist nicht so wichtig!“ Willow führte ihn zu einem Stuhl.

„Setzen Sie sich einen Moment hierhin, ich melde uns eben an, okay?“ Went nickte und Willow trat auf die Anmeldung zu.

Kapitel 3

„Doc Will! Kannst Dich einfach nicht von uns trennen oder?“ Frech grinste Tom sie an.

Willow trat an die Anmeldung. „Genau – nur weil DU so unglaublich charmant bist! Sie nahm sich ein Klemmbrett. „Tom, welcher Behandlungsraum ist frei?“

„Die Zwei – wieso?“

„Mein Nachbar hat sich verletzt und ich...

Tom warf einen Blick hinter Willow und zog vielsagend die Augenbrauen hoch „... Aber Hallo – na bei dem könnte ich auch schwach werden“ Tom grinste sie an. Willow schüttelte den Kopf und funkelte ihn streng an. Seine Art war manchmal etwas gewöhnungsbedürftig.

„TOM, ich nehme jetzt Mr. Miller und wir gehen in die Zwei. Das mit der Anmeldung macht er danach!“ Willow ging zu Went, der dem Wortwechsel gefolgt war, half ihm auf und nahm ihn mit in das Behandlungszimmer.

„Setzen Sie sich, ich bereite inzwischen alles vor.“ Willow trat an das Waschbecken und fing an sich ihre Hände zu waschen. Danach bereitete sie den Tisch mit allem was sie benötigte vor.

Mit Handschuhen an den Händen setzte sie sich ihm gegenüber. Rasch öffnete sie das völlig ruinierte Handtuch und fing an behutsam seine Hand zu untersuchen. Konzentriert bemerkte sie nicht, dass Went sie die ganze Zeit beobachtete.

Glück gehabt, Miller – eine Ärztin ist nebenan eingezogen! Erstaunlich, wie anders sie aussieht wenn sie meine Wunde untersucht. Nach der Attacke von gestern wäre ich niemals darauf gekommen, dass Sie eine Notärztin ist! Eher ein kleines Schusselchen..... Willow scheint ganz okay zu sein....

Willow nahm eine Spritze, zog sie mit Xylonest 1% ohne Adrenalin auf und wollte sie ansetzten, als er ihre Hand ergriff und sie festhielt.

„WAS genau wird das?“ fragte er ernst.

„Ich muss ihre Wunde nähen – und werde ihnen jetzt eine Spitze zur Betäubung geben“ Sie riss sich los und mit den Worten „Das könnte ein wenig wehtun“ stach sie zu.

Went zuckte zusammen und biss die Zähne aufeinander.

Ein wenig – da hat sie aber glatt untertrieben!

„So Mr. Miller, jetzt warten wir kurz und dann nähe ich Ihre Wunde.“

„Wenn Sie mir schon mein Leben retten, sollten Sie mich Went nennen!“ Went lächelte Willow an.

Willow gluckste “Leben retten? Gott sei Dank ist es nicht so schlimm – übrigens ich bin Will!“ Sie nahm die Pinzette in die eine Hand und den Nadelhalter in die andere und sah Went an.

„Bereit?“ Er nickte und sie fing an seine Wunde zu nähen.

„Wie ist das Missgeschick eigentlich passiert, Went?“ kurz sah sie auf und blickte ihn an.

„Ich habe etwas gesucht und dabei in das Messer gegriffen – was eigentlich gar nicht in der Schublade liegen sollte. Aber es ist eigentlich nicht verwunderlich - bin ich doch nie bis selten in meiner Küche“.

Ein Lächeln stahl sich auf ihre Lippen während sie seine Wunde weiter versorgte. „Ich denke deine Talente liegen eindeutig wo anders!“ Neugierig wartete sie auf seine Antwort.

Bin gespannt, was für einen Job er hat. Mit dem Körper – vielleicht Bauarbeiter oder doch eher Fitnesstrainer? ODER was ganz exotisches wie Yogalehrer?

„Davon bin ich jetzt endgültig auch überzeugt!“ Will fing an zu kichern und musste kurz unterbrechen. Sie wartete, doch wo seine wahren Talente lagen, sagte er nicht.

„Versprich mir eins, Went – bevor Du das nächste Mal irgendetwas in der Küche machst, sag mir vorher Bescheid – damit ich dann alles zuhause habe!“ Willow brach in ein lautes Lachen aus, in das Went mit seiner wohlklingenden Stimme mit einfiel.

Die Tür öffnete sich und Will sah zur Tür. Tom steckte seinen Kopf hinein, zwinkerte ihr zu und hob seinen Daumen.

„Ja, Tom?“ Willow rollte mit ihren Augen.

„Dr. Penn möchte Dich gleich noch sehen, es geht um Cathy!“ Ihr Lächeln wurde starr und sie nickte ihm knapp zu. Erstaunt registrierte Went die Veränderung.

„Alles okay Will?“ Überrascht sah sie ihn an. Rasch schnitt sie den letzten Faden durch und legte das Besteck zur Seite. Angestrengt lächelnd sah sie Went an. „Kein Problem, ich bin fertig. Jetzt verbinde ich Dich noch und während Du den Anmeldebogen ausfüllst rede ich noch schnell mit meinem Kollegen.“

Sie nahm sich eine Kompresse, legte sie auf die nun frisch genähte Wunde und wickelte geschickt den Verband herum.

„Du solltest den Verband jeden Tag wechseln lassen, dass kann auch dein Hausarzt machen... obwohl... ist eigentlich ja Schwachsinn wo ich doch direkt neben Dir wohne. Pass auf, ich wechsle Dir jeden Tag den Verband und in 10 Tagen entferne ich die Fäden.“

Sie stand auf und ging vor ihm aus dem Behandlungszimmer raus. Dr. Penn wartete schon auf Sie. Kurz atmete sie tief durch und trat auf ihn zu.

Kapitel 4

Went ging an die Anmeldung und bekam von einer der Schwestern das Anmeldeformular gereicht. Kurz verweilte sein Blick auf Will, die mit einem ernsten Gesicht neben dem Arzt stand und zuhörte.

„Will, ich weiß, wie nah Dir diese Sache geht – aber die Eltern wollen es beenden! Sie haben einen Antrag beim Gericht gestellt. Sollte dem stattgegeben werden, müssen wir die lebenserhaltenden Maßnahmen beenden!“

„Aber... sie hat doch noch eine Chance! Ihr Gehirn zeigt im EEG eindeutige Reaktionen auf äußerliche Reize! Wir müssen einfach Geduld haben!“

Dr. Logan Penn berührte sie tröstend am Arm. „Es tut mir wirklich leid – aber ihre Geduld ist zu Ende.“

Will sah Logan mit feuchten Augen an. „Und wir können nichts tun? GAR NICHTS?“

„Ich habe einen Gegenantrag eingereicht – jetzt müssen wir einfach warten. Der Richter prüft die Gutachten und entscheidet dann.“

„Dr. Penn bitte in die Kardiologie“

Logan sah auf. „Ich muss los“ er ging den Gang entlang und sah Will weiterhin an „Wann bist Du wieder im Dienst?“

„Morgen früh“.

„Gut, ich bin dann auch hier. Wir überlegen uns eine Strategie, wie wir die Eltern überzeugen können, ok?“ Kurz winkte er ihr zu und betrat dann das Treppenhaus. Bevor sie jedoch dazu kam, zur Anmeldung zu gehen wurde sie von einem Arm in das Medikamenten Lager gezogen.

„Lou-Lou? Was wird das hier?“

„Weißt DU eigentlich, wen Du da gerade verarztet hast?“ Lou-Lou Parker, eine junge afroamerikanische Krankenschwester hüpfte aufgeregt der Stelle herum.

„Meinen Nachbarn vielleicht?“ Genervt sah Will Lou-Lou an. Obwohl, man konnte ihr einfach nicht böse sein. Lou-Lou, eigentlich Louise-Louise Parker (aus welchen Gründen auch immer hatten ihre Eltern sie Louise-Louise genannt) war eine der Schwestern, mit der sie unglaublich gerne zusammenarbeitete.

Lou-Lou beherrschte ihren Job perfekt und Will ging fest davon aus, sollte die Oberschwester in den wohlverdienten Ruhestand gehen, dass Lou-Lou dann deren Posten bekommen würde.

„LOU-LOU! Tief durchatmen – und dann sag es mir endlich! Was ist mit meinem Nachbarn?“ Interessiert sah Will sie an.

„Der ist doch ein bekannter Schauspieler!!!“ Auf Lou-Lou´s Gesicht erschien ein breites Lächeln. „Du weißt echt nicht wer das ist? Ich glaub es einfach nicht!“

„Lou-Lou – Du weißt genau, ich habe es nicht so mit Namen. Sag mir einfach, wo er mitgespielt hat, vielleicht kann ich mich dann an ihn erinnern!“

„Na, der hat doch in dieser Gefängnisserie mitgespielt, wie hieß die noch mal... Jailbreak oder ... nein anders ähm... ich habs – Prison Break!“ Triumphierend sah sie Will an.

„Ehrlich? Sagt mir jetzt gar nichts. Ist die Serie auch in Deutschland gelaufen?“

„Klar – die kannst Du als Serien-Junkie gar nicht verpasst haben. Sieh einfach mal in dein Regal – vielleicht wirst Du ja fündig!!“

Will POV

Prison Break? Sagt mir gar nichts! Obwohl – sein Gesicht kam mir ja schon irgendwie bekannt vor. Na ja, aber ich sage jetzt kein Wort zu ihm. Wenn er gewollt hätte, dass ich es wüsste, hätte er es mir erzählt. Außerdem – sagt mir das gar nichts. Wahrscheinlich hat sich Lou-Lou vertan und die Serie lief gar nicht in Deutschland. Schließlich wurde Dollhouse ja auch nur hier gezeigt – bis sie leider abgesetzt wurde! Könnte ich glatt noch mal reinschauen...

„So genug der vielen Worte. Ich werde jetzt meinen Nachbarn nach Hause fahren und den Rest meines freien Tages noch genießen!“ Sie griff noch nach einer Schachtel mit Schmerztabletten und verlies dann das Lager. Will ging auf Went zu, der in einem der Stühle saß und auf sie wartete.

„So – ich bin fertig. Sollen wir?“ Went stand auf, musste sich jedoch an die Wand lehnen. Seine Knie zitterten. Die ganze Aufregung über die Verletzung, jetzt kam sie und überrollte ihn.

Hilfreich fasste sie ihm um seine Taille und half ihm dabei, die Notaufnahme zu verlassen.

Went POV

Das fühlt sich gar nicht schlecht an. Es ist viel zu lange her, dass ich eine Frau im Arm hatte. Ich kann einfach nicht anders...

Went stütze sich noch ein wenig mehr auf Will und genoss ihre Nähe, während sie ihm zum Auto half.

Kapitel 5

Will POV

Der kleine Schnitt hat ihm ganz schön zugesetzt...Kleines Sensibelchen...irgendwie schon niedlich....

Will fuhr los und schon kurze Zeit später parkte sie ihren Seat vor dem Apartmenthaus. Den armen Went schien es ganz schön erwischt zu haben, denn auch die wenigen Schritte vom Auto zu seiner Wohnung musste sie ihn stützen.

Will begleitete ihn in seine Wohnung und half ihm sich auf das Sofa zu setzen. Sie zog die Schachtel aus ihrer Tasche und drückte sie ihm in seine Hand.

„Hier, falls die Schmerzen zu stark werden, nimmst Du eine davon. Bitte aber nicht mehr als vier über den Tag verteilt!“ Suchend klopfte sie ihre Taschen ab und sagte ihm dann „Ich bin sofort wieder da, ok?“ Er nickte und sie lief zu ihrer Wohnung.

Schnell schrieb sie ihre Handynummer sowie ihre Festnetznummer auf einen Zettel und ging dann zurück.

Went lächelte sie schief an. „Ich dachte immer, Ärzte machen heutzutage keine Hausbesuche mehr!“

„DU hast ja auch meine Rechnung noch nicht gesehen, Went!“ Will lachte laut los. Sie gab ihm den Zettel. „Wenn irgendwas ist, ruf mich an und ich bin sofort hier!“ Will drehte sich um und wollte gehen, da griff er nach ihrem Arm. Seine Finger glitten langsam über ihre Haut, bis sie an ihrer Hand zum liegen kamen.

„Will?“

Fragend sah sie ihn an. „Ja, Went?“

„Danke!“ Er sah ihr tief in ihre Augen und hielt dabei Immer noch ihre Hand fest.

Will POV

Was... ich... irgendwie kann ich keine klaren Gedanken fassen.... Mein Herz rast...

Went ließ ihre Hand los. „Kkkein Problem, Went – ddddafür sind doch Nachbarn da!“ Will drehte sich um und ging. In ihrer Wohnung angekommen, schloss sie die Tür und lehnte sich dagegen.

Will POV

Was ist denn da gerade passiert? Hoffentlich hatte er es nicht mitbekommen, wie ich auf ihn reagiert habe. Meine Güte – er hat mich doch nur angefasst....

Went machte es sich auf dem Sofa bequem und schloss seine Augen.

Went POV

Irgendwas ist da gerade zwischen uns passiert.... Aber was?....Ihre Haut fühlt sich toll an... Anscheinend hat es sie ein wenig verwirrt, oder warum hat sie plötzlich gestottert? Das könnte noch interessant werden....

Wenig später war er eingeschlafen.

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Mit Inbrunst knetete Willow den Pizzateig und stellte ihn dann abgedeckt zur Seite. Immer, wenn sie aufgeregt oder nervös war, half ihr das Backen. Ob Kuchen, Muffins oder Pizza. Dabei konnte sie ihre Gedanken sortieren und meistens schmeckte das Ergebnis auch noch.

So viel Teig wie sie hatte, vielleicht sollte sie ihrem Nachbarn einen Teller voll davon bringen. Nachdem, was Went ihr erzählt hatte, ging sie davon aus, dass er nicht kochen konnte. Heute, mit der verbundenen Hand würden ihm ein paar Streicheleinheiten – auch die für den Magen bestimmt gut tun.

Solange der Teig noch aufgehen musste, konnte sie auch etwas Sinnvolles tun. Den Wecker auf 45 Minuten gestellt, nahm sich Will die Kopie der Krankenakte von Cathy und vertiefte sich darin.

Cathy Wilson, 9 Jahre alt, besucht die John Burroughs Junior High School in Larchmont. Vor 6 Wochen auf dem Nachhauseweg von einem betrunkenem Autofahrer erfasst und 20 Meter durch die Luft geschleudert worden. Eingeliefert um 2:30 PM. Erstbehandelnde Ärztin Dr. Willow Müller. Schweres Schädel-Hirn Trauma, dazu diverse Frakturen der Extremitäten.

Der plötzlich einsetzende Pneumothorax während der Erstversorgung machte eine sofortige Drainage erforderlich. Bei der weiteren Untersuchung sank der Blutdruck, gestaute Halsvenen und eine akute Atemnot traten auf. Die mit Ultraschall erkannte Herzbeuteltamponade machte das Eingreifen des Kardiologen, Dr. Logan Penn erforderlich.

Eine Thorakotomie mit Anlage einer Perikarddrainage wurde noch unmittelbar in der Notaufnahme durchgeführt. Nach der Stabilisation wurde Cathy sofort in einen OP gebracht. Dort stellte das Team unter der Leitung von Dr. Willow Müller massive innere Verletzungen fest, die jedoch sofort versorgt werden konnten. Mehrfache Herzstillstände erforderten verschiedene Reanimationsversuche. Komaindex 3, ursächlich dafür wahrscheinlich eine Kombination aus dem Schädel-Hirn Trauma sowie die Minderversorgung mit Sauerstoff während der Herzstillstände intraoperativ. Verlegt auf....

Das Klingeln des Weckers holte Will in die Wirklichkeit zurück. Sie hatte gekämpft, damit dieses Kind leben konnte – falls erforderlich, würde sie auch gegen die Eltern kämpfen. Willow konnte Cathy nicht einfach sterben lassen.

Sie schloss die Akte, legte sie beiseite und überlegte, auf welchen Belag sie heute Lust hatte. Normalerweise aß sie die Pizza immer mit Schinken, Tunfisch und Knoblauch. Neulich aber, nach einer stressigen 12 Stunden Schicht, hatte sie bei Village Pizza mit geschlossenen Augen auf die Karte getippt und sich überraschen lassen.

Das Ergebnis war scharf, aber verdammt lecker. Für den Fall der Fälle hatte sie sich extra Peperoni Wurst und grünen Pfeffer besorgt. Willow nahm sich die Zutaten und fing an, den Teig auszurollen. Schnell belegte sie die Pizza und schob sie in den Backofen.

tbc